Aktinische Keratosen (Lichtwarzen)

Was sind aktinische Keratosen / Morbus Bowen und wodurch werden sie verursacht? 

Aktinische Keratosen, die auch Keratosis solaris, Keratosis actinica oder Lichtwarzen genannt werden, stellen eine Vorstufe des so genannten "hellen Hautkrebs" dar. Aktinische Keratosen entwickeln sich an Hautstellen, die der Sonne ausgesetzt sind, vor allem im Gesicht, dünnbehaarte Kopfhaut, an den Handrücken, an den Unterarmen sowie am Hals.

Am häufigsten sind hellhäutige, blonde Menschen mit hellen Augen betroffen. Mit zunehmendem Alter treten aktinische Keratosen häufiger auf. In den letzten Jahren ist eine deutliche Zunahme der Häufigkeit zu verzeichnen, was auf geänderte Freizeitgewohnheiten zurückzuführen ist. Aktinische Keratosen entwickeln sich langsam. Erst nach Jahren bis jahrzehntelangem Bestehen kann sich ein echter Hautkrebs, ein Plattenepithelkarzinom der Haut, ausbilden.  Ein Morbus Bowen stellt eine Variante der aktinischen Keratosen dar, die oft schlechter auf herkömmliche Behandlungen, wie z.B. eine Abtragung, anspricht.

 

Wie sieht eine aktinische Keratose /M. Bowen aus?

Aktinische Keratosen oder ein Morbus Bowen zeigen sich als kleine tastbare, rötliche, manchmal bräunliche oder hautfarbene schuppende oder krustige Flächen. Sie heilen nicht von selbst ab und kommen am häufigsten am Kopf, Lippen, Hals oder an den Handrücken vor. Sie können aber an jeder Stelle des Körpers auftreten. Meistens finden sich mehrere aktinische Keratosen.

 

  • Sie können eine raue Oberfläche haben
  • jucken, brennen oder stechen
  • eine Ausdehnung haben von 3 bis 5 mm oder auch größer sein
  • in größerer Zahl auftreten, wobei mehrere Flächen oft nahe beieinander liegen
  • von roter, gereizter Haut umgeben sein.

 

Aktinische Keratosen sollten von einem Hautarzt begutachtet werden. Eine baldige Vorstellung sollte erfolgen, wenn die aktinischen Keratosen schmerzen, bluten, offene Wunden bilden, sich infizieren oder an Größe zu nehmen.

 

Wie werden aktinische Keratosen behandelt?

Sinnvoll ist eine frühzeitige Therapie der aktinischen Keratosen, um die mögliche Weiterentwicklung zu einer Form des hellen Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom) zu verhindern.

 

  • Vereisungsbehandlung (Kryochirurgie): mit flüssigem Stickstoff wird die Hautkrebsvorstufe zerstört. Es bilden sich Eiskristalle in den Krebszellen, die diese Zellen beim Auftauen schädigen. Die Kryochirurgie kann zu einer Rötung und Krustenbildung führen. Die Abheilung dauerte im Allgemeinen 7 bis 14 Tage. Es besteht ein geringes Narbenrisiko, es kann jedoch zu einer dauerhaften Aufhellung der Haut kommen.
  • Chemokaustik: Die Aktinischen Keratosen werden mit einer Ätzflüssigkeit betupft um die entarteten Zellen zu zerstören
  • Lasertherapie: schonende Abtragung der betroffenen Hautschichten
  • Peeling: Verminderung der durch die Sonnenschädigung entstandener Zellatypien der Haut durch Stimulation der Reparaturenzyme durch Fruchtsäure
  • die lokale Chemotherapie  (Solaraze®, Aldara ®, Efudix ®)
  • Photodynamische Therapie (PDT): bei dieser Behandlung wird eine Substanz auf die Haut aufgetragen, die verstärkt in die Krebszellen eingebaut wird und diese Zellen lichtempfindlich macht. Anschließend erfolgt eine Lichtbestrahlung, die die Krebszellen zerstört. Nach einer PDT zeigen sich im behandelnden Gebiet eine Rötung sowie gelegentlich Krusten oder Pusteln. Diese Veränderungen heilen innerhalb von wenigen Tagen bis zu 2 Wochen ab.

 

Entsteht aus aktinischen Keratosen Krebs?

Wenn Sie aktinische Keratosen haben, besteht bei ihnen ein erhöhtes Risiko, dass Sie eine Form des hellen Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom) entwickeln. Man schätzt, dass zwischen 5 bis 15% der aktinischen Keratosen in ein Plattenepithelkarzinom übergehen. Leider kann man nicht vorhersagen, welche aktinische Keratose zu welchem Zeitpunkt in ein Plattenepithelkarzinom übergeht. Ein erhöhtes Risiko besteht für aktinische Keratosen im Bereich der Unterlippe und an den Ohren.  Somit sollte jede aktinische Keratose behandelt werden.

Wie kann ich aktinischen Keratosen vorbeugen?

Aktinische Keratosen stellen Hautschäden dar, die nach einer langjährigen UV-Belastung auftreten. Deshalb besteht die beste Vorbeugung in einem vernünftigen Umgang mit dem Sonnenlicht und in der Meidung einer zusätzlichen Strahlenbelastung in Solarien. Den besten Lichtschutz stellen Kleidung und Kopfbedeckungen dar, die einen Schatten auf Nase und Ohren werfen. Sonnenschutzcremes, die einen hohen Lichtschutzfaktoren gegen UVA- und UVB-Strahlung aufweisen, reduzieren ebenfalls das Risiko aktinische Keratosen zu entwickeln. Gerade der UVA-Filter verringert die Schwächung des Immunsystems der Haut durch das Sonnenlicht, so dass der Körper selbst abnormale Zellen vernichten kann. Einmal im Monat sollte jeder Erwachsene seine Haut auf Veränderungen untersuchen und sich bei verdächtigen Läsionen einem Hautarzt vorstellen