Periorale Dermatitis

Die periorale Dermatitis (auch: Mundrose oder Rosacea-artige Dermatitis) wird oft "Stewardessen-Krankheit" genannt, weil sie häufig bei jungen, gepflegten Frauen auftritt. Die periorale Dermatitis zeigt sich als Rötungen, Knötchen, Unreinheiten, "Pickeln", erweiterten Äderchen, oft Brennen und Juckreiz vor allem um den Mund, aber auch an Wangen oder um die Augenlider. Die Wissenschaft streitet noch über die genauen Ursachen. Viele Forscher denken als Ursache an einen Anlagefaktor, möglicherweise handelt es sich um eine besondere Form der Neurodermitis. Zusätzlich und sehr häufig liegt aber auch eine falsche Behandlung besonders empfindlicher Haut zugrunde. Unverträglichkeiten oder Allergien gegen Kosmetika oder Mundhygiene-Artikel, generell zu starkes Schminken und Abschminken stehen oft am Anfang. Auch innerliche oder äussere Cortisonbehandlung im Gesicht, hormonelle Gründe und Stress, Lichtunverträglichkeit, oft auch Magen-Darmerkrankungen kommen als Mitauslöser in Frage. Viele Ärzte halten die periorale Dermatitis für eine Sonderform der Rosacea-Couperose.

 

Die Behandlung der perioralen Dermatitis ist immer eine schwierige Aufgabe und erfordert viel Geduld von Patientin und Arzt. 
Zuerst muß man gemeinsam die Auslöser suchen und diese Abstellen. Kosmetika, Reinigungsmittel usw. sollten anfangs möglichst ganz beiseite gelassen werden. Oft ist ein wichtiger Auslöser  der Krankheit die übermäßige Anwendung von Pflegeprodukten, Reinigungsmitteln, Abschminkmittel und Kosmetika durch die Patienten. Hier gilt: Jede Gesichtspflege ist verboten; erlaubt ist nur, was der Arzt ausdrücklich verordnet hat.
Nicht selten wurde in guter Absicht eine Kortisonsalbe verordnet und angewendet. Oft erweist es sich als sehr schwierig, darauf zu verzichten - lässt man diese weg, wird alles viel schlimmer. Die Patientin muß oft monatelang Geduld aufbringen, bis das Gesicht ohne Kortison abheilt. Es ist aber der einzig langfristig erfolgreiche Weg.
Günstig sind oft auch Urlaubsaufenthalte im Hochgebirge oder am Meer.
Sehr gut wirksam sind auch kühlende Teeumschläge mit grünem oder schwarzem Tee.
Auch eine unterstützende Behandlung bei einer medizinischen Fachkosmetikerin ist sinnvoll - Vorsicht allerdings mit zuviel Pflegeprodukten
Wenn Wärme oder Kälte die Hauterscheinungen verschlechtern, sollte man sie meiden. Ein wirksamer Sonnenschutz ist notwendig. Es sollten milde, nichtreizende Pflegeprodukte verwendet werden.
Gesichtswäsche erfolgt am besten mit seifenfreien, pH-Wert sauren Waschlotionen. Tagescremes sollten nicht fettig sein. Zum Gesichtsspülen ist am besten lauwarmes Wasser. 
Schulmedizinische, äußerlich anwendbare Wirkstoffe und Medikamente sind zB Erythromycin , Tetrazykline, Metronidazol, Permethrin, Protopic, Elidel
In sehr schweren Fällen behandelt der Hautarzt mit innerlich und äußerlich entzündungshemmenden Mitteln. Die wissenschaftliche Medizin verwendet dabei zB Erythromycin, Doxyzyklin, Isotretinoin u.a.
Bei anhaltend bestehenden Äderchen ist eine Laserentfernung der Äderchen durch den Hautarzt erfolgversprechend (auch vorbeugend).
Hoher Blutdruck sollte behandelt werden, da er oft eine Rolle spielt. Tee- Kaffeegenuß sollten reduziert (oder ganz eingestellt) werden, durchblutungsfördernde Medikamente sollte man vom Arzt überprüfen lassen. Alkohol und scharfe Speisen sind immer ungünstig.  

Die periorale Dermatitis ist eine hartnäckige, aber therapierbare Hauterkrankung.

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