wIRA® - Warzentherapie

Alle echten Warzen entstehen durch eine Infektion mit humanem Papillomvirus (HPV). Es setzt sich gerne an schlechter durchbluteten Hautstellen (Händen, Füßen) fest und verursacht gutartige Wucherungen, welche infektiös sind und sich stetig ausbreiten.



Viruswarzen sind in der Behandlung sehr langwierig. Sie können durch Vereisung, Kürretage, Laser, Tinkturen oder Skalpell entfernt werden. Oft kommt es jedoch zu Rückfällen. Gerade für Kinder ist die Behandlung sehr belastend. An der Universitätsklinik Jena haben nun Dermatologen eine schmerzfreie und wirksame Warzentherapie mit wassergefiltertem Infrarotlicht (wIRA®) entwickelt.



Wie gefährlich sind Warzen?

Warzen sind eine lästige gutartige Hautkrankheit. An mechanisch belasteten Stellen können diese schmerzen. Nach Schätzungen sind etwa 15% der Bevölkerung mit dem Warzenvirus infiziert. Man nimmt an, dass ca. 40% aller Warzen nach etwa 2 Jahren wieder von alleine verschwinden. Eine Behandlung ist sinnvoll, um einer Ausbreitung und Infektion der Mitmenschen vorzubeugen. Die Behandlung ist vor allem dann angebracht, wenn Symptome wie Schmerzen, Blutung, Jucken oder Brennen vorliegen.

 

Wie funktioniert wIRA®?

Mit wIRA® sind ganz bestimmte Anteile aus dem Infrarotlicht gemeint, die eine besonders hohe Tiefenwirkung haben. Die Infrarot-Quelle ist eine Glühwendel-Lampe mit sonnenähnlichem Spektrum. Die schädlichen Infrarotanteile werden durch einen patentierten Flüssigkeitsfilter ausgeblendet. Nur die tiefenwirksamen und hautschonenden Anteile kommen zur Wirkung.

Durch wIRA® kommt es zu einer tiefgreifenden Durchwärmung der Warzenumgebung. Die positiven Folgen sind verbesserte Durchblutung und lokale Steigerung der Immunabwehr. Es gibt auch Hinweise, dass wIRA® neben der Erwärmung eine direkte heilungsfördernde Wirkung hat und den Zellen bei der Bewältigung von oxidativem Stress hilft.

Das Ergebnis ist eine narbenfreie, gesunde Haut. Allerdings müssen Patienten bei wIRA® etwas Geduld haben, da dieser biologische Prozess einige Wochen dauern kann. Dafür ist die Therapie schmerz- und nebenwirkungsfrei.

 

Wie läuft die Behandlung ab?

Die Warzen werden mit einem Salicylsäurepflaster (Guttaplast®) vorbehandelt. Eine unblutige vorsichtige Abtragung mit einer Kürette wird vorgenommen, unmittelbar danach erfolgt die Bestrahlung mit der wassergefilterten Infrarot-A-Strahlung (wIRA®). Die Bestrahlung erfolgt ein bis zweimal wöchentlich jeweils für 20-30 Minuten. Sinnvoll erscheinen 6-10 Bestrahlungen. Frühestens vier Wochen später kann der Erfolg endgültig beurteilt werden.

In der Studie aus der Hautklinik Jena wurde schon nach der dritten wIRA®-Behandlung ein Verschwinden von 73% der behandelten Warzen beobachtet. Dennoch kann es vorkommen, dass manche Patienten auf diese Therapie nicht ansprechen. Bei therapieresistenten Warzen bietet die photodynamische Therapie (PDT) als off-label-use eine sehr wirkungsvolle Behandlungsmethode.